Freie Pistole


 

Der Begriff Freie Pistole ist einerseits die traditionelle Bezeichnung der olympischen Schießsportdisziplin „50-m-Pistole“, die vom Deutschen Schützenbund (DSB) und der International Shooting Sport Federation (ISSF) betrieben wird und bezeichnet andererseits das dabei verwendete Sportgerät.

Die wichtigsten Reglementierungen, die die Sportordnung des DSB für die freie Pistole gibt, sind u.a.:

  • Die Waffen müssen Munition des Kalibers .22 lfB (Kleinkaliber) verschießen.
  • Es sind nur offene Visierungen gestattet, also keinerlei optische (oder sonstige) vergrößernde Hilfsmittel
  • Das Handgelenk der Schusshand muss frei beweglich bleiben. (Die Pistole muss mit einer Hand gehalten werden.)
  • Der Schuss muss mit der Schusshand ausgelöst werden.
  • Das Abzugsgewicht der Waffe ist beliebig und darf mit bloßer Hand verstellbar sein.
  • Mehrlader müssen als Einzellader betrieben werden.

 

Freie Pistole 50m

  • Waffe: alle Pistolen und Revolver des Kalibers 5,6 mm (.22 lfb/lr), Mehrlader dürfen nur als Einzellader verwendet werden. Der in beliebiger Form nach der Hand des Schützen gearbeitete Griff darf die Hand nur bis zur Handwurzel umschließen. Der Griff darf keinerlei Verlängerungen haben, die über das Handgelenk hinausragt und so als Stütze dienen könnte.
  • Munition: handelsübliche Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb/lr)
  • Scheiben: Scheibe entsprechend dem Wettbewerb Freie Pistole 50 m
  • Distanz: 50 m
  • Anschlag: stehend freihändig
  • Programm: 60 Schuss in 120 Minuten oder 40 Schuss in 90 Minuten inklusive Probeschüsse.

Die Freie Pistole wird auf 50 m Entfernung geschossen. Als Waffe wird ein Einzellader verwendet. Der Name „Freie Pistole“ kommt davon, dass der Schütze fast alles frei einstellen kann. Bei der Disziplin gibt es für die Waffe nur eine Einschränkung: die Gesamtlänge der Waffe darf 60 Zentimeter nicht übersteigen, sonst gilt die Waffe als ein Gewehr. Das Abzugsgewicht ist ebenfalls frei wählbar, ein guter Schütze nutzt ein Abzugsgewicht von ca. 30 Gramm. Ungeübte spüren dabei keinen Abzugswiderstand und der Schuss kann leicht auslösen. Dadurch soll ein Verreißen des Schusses verhindert werden. Weiterhin darf ein sogenannter „Handschuhgriff“ benutzt werden, das heißt der Griff umschließt die komplette Hand (nur das Handgelenk muss frei bleiben). Die Schießzeit beträgt 120 Minuten für 60 Schuss.

Freie Pistolen sind von beschränkenden Regeln, die das Abzugsgewicht, Waffengewicht und Abmessungen betreffen, praktisch befreit. Typisch für die freie Pistole sind ein sehr niedriges Abzugsgewicht und ein sorgfältig an die individuelle Hand angepasster, „orthopädischer“ Griff, der die ganze Hand (nicht aber das Handgelenk!) umschließt, um das „Verwackeln“ beim Abziehen zu vermindern sowie ein sehr langer Abstand zwischen Kimme und Korn, was das exakte Zielen begünstigt. Durch den meist sehr langen (ca. 30 cm) Lauf, den die Hand umschließenden Griff und das Fehlen eines Magazins ergibt sich meist ein eher ungewöhnliches Aussehen. Einige Hersteller von freien Pistolen setzen auf elektronische Abzugsmechanismen, bei denen die herkömmliche Mechanik (Stecher) durch einen elektrischen Impuls ersetzt wird.

Die Sportart

Die Sportart der „freien Pistole“ wird in Sportschützenkreisen als eine Königsdisziplin bezeichnet, u.a. weil sie schon wegen der langen Wettkampfdauer von zwei Stunden so dauerhaft Konzentration verlangt wie keine andere. Und wohl auch, weil vom Ziel auf die Entfernung nur ein schwarzer Punkt knapp zu erkennen ist, wobei dieser schwarze Punkt (mit 20 cm Durchmesser) gerade mal sieben Punkte wert ist.

Die Disziplin wird auf eine Entfernung von 50 m geschossen. Die Zielscheiben sind die gleichen wie sie bei 25-m-Wettbewerben benutzt werden (Durchmesser der „10“ 50 mm, Durchmesser der „1“ 500 mm). Das reguläre Wettkampfprogramm besteht aus 60 Schuss in 120 Minuten. Bei internationalen Wettkämpfen werden auf jede (Papier-)Scheibe 5 Schuss abgegeben, danach wird die Scheibe gewechselt. In den letzten Jahren sind allerdings bei den hochrangigen Wettkämpfen (z.B. Deutsche Meisterschaft) elektronische Ziele Standard geworden, bei denen das Wechseln entfällt. Bei Wettkämpfen auf niedrigerer Ebene (z.B. Gau, Kreis, Bezirk) werden mitunter 10 statt 5 Schuss pro Scheibe abgegeben und auch „kleine“ Programme (z.B. 30 Schuss in 60 Minuten) abgehalten.

 

trefferbild.com – Faszination Sportschiessen in Berlin